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Tad Stones und das Geheimnis von König Midas

85 minKomödie, Abenteuer, FantasyFSK 6
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Tad Stones' Traum war bereits in seiner Kindheit, einmal ein berühmter Archäologe zu werden, stattdessen ist er aber Bauarbeiter von Beruf. Mit dem Anruf der bekannten Archäologin Sara Lavroff, für die Tad heimlich schwärmt, rückt sein größter Wunsch in greifbare Nähe. Sie bittet ihn nämlich um seine Hilfe bei ihrem Versuch, das Rätsel um König Midas' Halskette zu lösen. Doch dann fällt Sara bei ihrer gemeinsamen Mission in die Hände eines mächtigen Gegenspielers, der die mysteriöse Kette in seinen Besitz bringen will... (vf)
Sein großer Traum ist es, Abenteuer zu erleben und dabei die Welt zu sehen. Eines Tages bekommt er tatsächlich die Gelegenheit dazu: Sara Lavroff (Michelle Jenner), eine geschätzte Archäologin und Tads heimlicher Schwarm, braucht seine Hilfe bei einem Rätsel. Sie möchte herausfinden, was es mit der mysteriösen Halskette von König Midas auf sich hat. Sara und Tad ziehen los, sind aber nicht als einzige hinter der Kette her. Der Millionär Jack Rackham (Miguel Ángel Jenner) will das Schmuckstück ebenfalls – und entführt kurzerhand Sara! Die Zeit läuft: Tad, sein Hund Jeff, Saras Assistentin Tiffany (Adriana Ugarte) und eine tollpatschige Mumie (Luis Posada) heften sich an Rackhams Fersen. Sie wollen die Halskette, aber vor allem will Tad seine entführte Liebe retten…

Kartoffelnase, Bauchansatz, Bauarbeiter: Das sind nicht unbedingt die Insignien eines klassischen Action-Helden. Zudem ist Tad Stones recht tollpatschig und zerstreut. „Tad Stones und das Geheimnis des König Midas“ ist zwar ein spanischer Kinderfilm, doch das fällt gar nicht auf, weil er offenkundig mit Blick auf den amerikanischen Markt entwickelt wurde. Tad lebt deshalb auch in Chicago; der Film über ihn ist eindeutig von der „Indiana Jones“-Reihe (fd 23 185) inspiriert. Tads Leidenschaft ist die Archäologie. Das Geld für sein Studium verdient er sich auf einer Großbaustelle in schwindelnder Höhe. Seine Kollegen machen sich über Tads Ambitionen lustig, ebenso wie über seine Zuneigung zur bildschönen Star-Archäologin Sara Lavrof. Als sie ihn zu einer Tagung einlädt, wo sie einen Vortrag hält und ihre neues Buch vorstellt, hat er eigentlich nur eines im Sinn: ihr endlich seine Liebe zu gestehen. Dies aber wird ziemlich lange durch widrige Umstände vereitelt. Der erste Streich ist eine durchgeknallte aztekische Mumie, die unversehens in Tads Wohnung auftaucht und partout mit von der Partie sein will. Der gutmütige Tad kann nicht nein sagen und packt die Mumie zu seinem Hund ins Auto, der Mumien nicht ausstehen kann. Auf der Konferenz wird das Ensemble um zwei Frauenfiguren und einen Papagei erweitert. Der Vogel, das Haustier der Archäologin, entwickelt sich zum Sidekick für den trotteligen Hund, wie die Tiere generell die ins Extrem verzerrten Eigenschaften ihrer Besitzer spiegeln. Neben der Archäologin tritt eine junge, bebrillte Studentin auf den Plan. Unversehens werden die Akteure in ein Komplott verwickelt, und Lavrof wird entführt. Alle anderen Protagonisten müssen sich neben ihrer Befreiung vor allem darum kümmern, dass ein infamer Bösewicht nicht die drei Teile einer Kette von König Midas zusammenfügt, um sich die Weltherrschaft zu sichern, da er dann alles, was er anfasst, in Gold verwandeln würde. Die einzelnen Glieder der Kette sind an unzugänglichen Orten in Europa versteckt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, garniert von pittoresk animierten Landschaften, Städten und Tempeln. Die Macher haben versucht, Rollenbilder ein wenig umzudefinieren. Gleichwohl wäre mehr möglich gewesen. Der Held ist weiterhin männlich, und die erfolgreiche Star-Archäologin bleibt als primär passives (Entführungs-)Opfer auf tatkräftige Rettung angewiesen. Die zweite Frauenfigur ist interessanter: Sie läuft kurzfristig zur bösen Seite über; allerdings ist ihr Motiv in Eifersucht begründet. Aus dem gleichen Grund läuft auch Lafrov davon. Wo Männer in aller Regel im Kino die Konfrontation mit dem Nebenbuhler suchen, intrigieren Frauen, kommunizieren aber wenig miteinander oder suchen das Weite. Nur die Mumie besitzt keine klar umrissene Geschlechtsidentität; sie „performt“ durchaus affirmativ Gender, tritt mal als Elvis, mal als Flamenco-Tänzerin oder als Cowboy auf. Allerdings wird diese Vielfalt einer clownesken Figur zugeschrieben und damit ins Groteske verzerrt. „Tad Stones und das Geheimnis des König Midas“ ist nach „Tad Stones – Der verlorene Jäger des Schatzes“ (2012), in dem die Indy-Persiflage schon im Titel steckte, das zweite Abenteuer des sympathischen Antihelden. Der Film legt von Beginn an ein ordentliches Tempo vor, was insbesondere die meist gelungenen Gags, witzige Slapstick-Einlagen, Dialoge sowie zahllose Verfolgungsjagden betrifft. Jüngere Kinder dürften von der Geschwindigkeit überfordert sein, auch wenn die Handlung keineswegs besonders dicht oder überfrachtet erscheint.

Veröffentlicht auf filmdienst.deTad Stones und das Geheimnis von König MidasVon: Julia Teichmann (19.8.2026)
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